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Ratgeber

Was bedeutet das f beim Objektiv? f/2.8 erklärt

Das f in f/2.8 ist die Blendenzahl: Brennweite geteilt durch Blendendurchmesser. So liest du Blendenwerte, Lichtstärke und Blendenstufen richtig.

Zuletzt aktualisiert: 6 Min. Lesezeit

Was bedeutet das f beim Objektiv? f/2.8 erklärt

Das f in f/2.8 steht für die Blendenzahl (f-Zahl): die Brennweite geteilt durch den Durchmesser der Öffnung, durch die Licht ins Objektiv fällt. Eine kleine Blendenzahl wie f/1.8 bedeutet eine große Öffnung, mehr Licht und eine geringere Schärfentiefe. Eine große Zahl wie f/16 bedeutet eine kleine Öffnung, weniger Licht und eine größere Schärfentiefe.[1]

Was das f in f/2.8 bedeutet

Die Blendenzahl ist ein Bruch: Der Durchmesser der Blendenöffnung ergibt sich aus der Brennweite geteilt durch die Blendenzahl. Deshalb schreibt man sie mit Schrägstrich, etwa f/2.8 oder f/16, und deshalb bedeutet eine kleinere Zahl eine größere Öffnung.[1] Der Buchstabe steht für die Brennweite (focal length). Canon leitet den Begriff f-stop von "focal-stop" ab.[1]

Genau genommen verwendet die Norm ISO 517 nicht das physische Loch zwischen den Blendenlamellen, sondern die Eintrittspupille, also das Bild dieser Öffnung, wie man es von vorn durchs Objektiv sieht. Die Norm regelt die Eigenschaften der Blende, die die Beleuchtungsstärke in der Bildmitte bestimmen.[2]

Weil die Brennweite im Bruch steckt, bedeutet dieselbe Blendenzahl bei unterschiedlichen Brennweiten eine unterschiedlich große Öffnung:

Brennweite Blendenzahl Durchmesser der Öffnung
35 mm f/1.8 etwa 19 mm
50 mm f/1.8 etwa 28 mm
50 mm f/4 etwa 12,5 mm
200 mm f/2.8 etwa 71 mm
200 mm f/4 50 mm
600 mm f/4 150 mm

Die Werte sind reine Rechnung nach der Formel. Die Zahlen zeigen, warum ein langes Objektiv mit kleiner Blendenzahl eine sehr große Öffnung braucht.

Vorderseite eines älteren Fujinon-Objektivs an einer Fujica ST701 mit eingravierter Brennweite und der größten Blende 1:1.8

Auf dem Objektiv steht der Wert als f/2.8, F2.8 oder 1:2.8. ISO 517 bezeichnet die relative Öffnung als 1:2.8 und lässt f/2.8 als Alternative zu.[2]

Die Blendenreihe: Jede Stufe halbiert das Licht

Die Standardreihe der Blendenzahlen lautet 1, 1.4, 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22 und so weiter.[2] Jeder Schritt multipliziert die Zahl mit etwa 1,4 (der Wurzel aus 2) und halbiert die Lichtmenge, die den Sensor erreicht. So ein Schritt heißt eine Blendenstufe.[1] Die Fläche der Öffnung wächst mit dem Quadrat des Durchmessers, deshalb sind es nicht einfach die Zahlen 1, 2, 3, 4.

Blendenzahl Licht im Vergleich zu f/4
f/1.4 8-fach
f/2 4-fach
f/2.8 2-fach
f/4 1 (Bezug)
f/5.6 die Hälfte
f/8 ein Viertel
f/11 ein Achtel
f/16 ein Sechzehntel
f/22 ein Zweiunddreißigstel

Zwischen den ganzen Stufen bieten Kameras auch Drittelstufen an, zum Beispiel f/3.2 und f/3.5 zwischen f/2.8 und f/4.[2]

Die Stufen hängen direkt an der Belichtungszeit: Beim Abblenden von f/2.8 auf f/4 fällt nur noch halb so viel Licht ein, für dieselbe Belichtung muss der Verschluss doppelt so lange offen bleiben.[3]

Was die Blendenzahl im Foto verändert

Helligkeit und Belichtungszeit

Eine kleinere Blendenzahl lässt mehr Licht durch, deshalb reicht eine kürzere Belichtungszeit. Bei einer größeren Blendenzahl braucht es eine längere. Blende, Belichtungszeit und ISO arbeiten zusammen: Änderst du einen Wert, musst du die anderen anpassen, wenn die Belichtung gleich bleiben soll.[1]

Schärfentiefe

Je kleiner die Blendenzahl, desto geringer die Schärfentiefe und desto unschärfer der Hintergrund. Je größer die Blendenzahl, desto tiefer reicht der Bereich, der noch als scharf gilt.[4]

Porträt mit scharfem Motiv und stark unscharfem Hintergrund als Beispiel für geringe Schärfentiefe

Die Blende ist nur ein Faktor. Auch ein kürzerer Motivabstand verringert die Schärfentiefe, und die Brennweite spielt ebenfalls mit.[5] Im Objektiv-Simulator kannst du Objektiv, Kamera, Blende, Brennweite und Abstand einstellen und siehst, wie sich Unschärfe und Schärfentiefe verändern.

Bildqualität an den Rändern der Blendenreihe

Sehr große Öffnungen können die Gesamtschärfe durch Abbildungsfehler leicht mindern, sehr kleine Öffnungen durch Beugung. Als Faustregel arbeiten viele Objektive etwa zwei Stufen abgeblendet am besten. Wie stark der Effekt ausfällt, ist von Objektiv zu Objektiv verschieden.[1]

Konstante und variable Lichtstärke bei Zoomobjektiven

Die größte Öffnung, die ein Objektiv erreicht, steht im Namen des Objektivs.[1] Eine Festbrennweite wie ein 50mm f/1.8 hat einen Wert. Viele Zoomobjektive behalten die maximale Blende über den gesamten Zoombereich, zum Beispiel 24-70mm f/2.8: Du kannst bei 24 mm und bei 70 mm bis f/2.8 öffnen.[1]

Andere Zooms haben eine variable Lichtstärke. Ein 24-105mm F4-7.1 öffnet bei 24 mm bis f/4, bei 105 mm aber nur noch bis f/7.1.[1] Am Objektivtubus steht das oft als f/3.5-5.6 oder 1:3.5-5.6. Die beiden Zahlen sind die größte Blende am jeweiligen Ende des Zoombereichs.[6]

Bei konstanter Lichtstärke bleiben Belichtung und Schärfentiefe beim Zoomen vergleichbar. Zooms mit variabler Lichtstärke sind oft kompakter, dafür musst du beim Zoomen eventuell die Belichtungseinstellungen anpassen.[1]

In den Objektivlisten bei LensFinder kannst du nach Blende sortieren, lichtstärkste zuerst, zum Beispiel bei den Sony-E-Objektiven.

Lichtstarke Objektive und T-Stops

Ein "lichtstarkes" oder "schnelles" Objektiv hat eine große maximale Blendenöffnung. Mit der Geschwindigkeit des Autofokus oder der Belichtungszeit hat das nichts zu tun: Gemeint ist, wie viel Licht durch das Objektiv fällt.[7] Eine größere maximale Öffnung erlaubt bei gleicher Szene eine kürzere Belichtungszeit.[4]

Die Blendenzahl beschreibt die Größe der Öffnung im Verhältnis zur Brennweite, im Objektiv wird aber ein Teil des Lichts absorbiert oder reflektiert. Der T-Stop (Transmissionswert) bezieht sich auf das Licht, das tatsächlich den Sensor erreicht. Zwei Objektive mit f/2.8 können also unterschiedlich viel Licht durchlassen. Fotoobjektive tragen Blendenwerte. T-Stops nutzt man vor allem beim Film, wo es auf gleichmäßige Belichtung über verschiedene Objektive hinweg ankommt.[1]

Häufige Fragen

Was bedeutet f/2.8 bei einem Objektiv?

Der Blendendurchmesser ist die Brennweite geteilt durch 2,8. Bei 50 mm Brennweite sind das etwa 18 mm, bei 200 mm etwa 71 mm. So weit kann das Objektiv höchstens öffnen, und es lässt doppelt so viel Licht durch wie bei f/4.[1]

Bedeutet eine höhere Blendenzahl eine größere Blende?

Nein, es ist umgekehrt. Eine höhere Blendenzahl bedeutet eine kleinere Öffnung, weniger Licht und mehr Schärfentiefe. f/16 ist eine deutlich kleinere Öffnung als f/2.[1]

Was bedeutet f/4-5.6 bei einem Zoomobjektiv?

Die größte Blende ändert sich mit der Brennweite: f/4 am weitwinkligen Ende und f/5.6 am langen Ende des Zoombereichs.[6]

Ist eine kleinere Blendenzahl immer besser?

Das hängt davon ab, was du brauchst. Eine kleine Blendenzahl bringt mehr Licht und weniger Schärfentiefe, eine große mehr Schärfentiefe. Sehr große und sehr kleine Öffnungen haben außerdem optische Nachteile, und die tatsächliche Öffnung wächst bei gleicher Blendenzahl mit der Brennweite.[1]

Was ist der Unterschied zwischen f-Stop und T-Stop?

Der f-Stop ist ein geometrisches Verhältnis von Öffnung zu Brennweite. Der T-Stop berücksichtigt zusätzlich das Licht, das im Objektiv verloren geht, und wird vor allem bei Filmobjektiven verwendet.[1]

Quellen

  1. [1]
    Canon Europe: Aperture explained. Abgerufen am 14.10.2026.

    Formel der Blendenzahl, Blendenreihe, konstante/variable Lichtstärke, T-Stop, Schärfe an den Rändern

  2. [2]
    ISO: ISO 517:2008 Photography, Apertures and related properties pertaining to photographic lenses, Designations and measurements. Abgerufen am 14.10.2026.

    Eintrittspupille, Schreibweise 1:2.8 und f/2.8, Standardreihe, Drittelstufen

  3. [3]
    Canon Australia: Aperture Definition. Abgerufen am 14.10.2026.

    Zusammenhang Blendenstufe und Belichtungszeit

  4. [4]
    Nikon: What is aperture in photography? Abgerufen am 14.10.2026.

    Blendenzahl und Schärfentiefe, schnelles Objektiv

  5. [5]
    Canon Europe: Depth of field. Abgerufen am 14.10.2026.

    Faktoren der Schärfentiefe: Blende, Abstand, Brennweite

  6. [6]
    Nikon USA: Understanding Maximum Aperture. Abgerufen am 14.10.2026.

    Angabe der größten Blende am Objektivtubus (1:3.5-5.6)

  7. [7]
    ZEISS: Lens speed and aperture – What is a fast lens? Abgerufen am 14.10.2026.

    Bedeutung von lichtstark/schnell

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