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Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2026

APS-C oder Vollformat? Unterschiede, Vor- und Nachteile

Ratgeber

Eine Vollformat-Kamera von Nikon und eine APS-C-Kamera von Fujifilm nebeneinander auf einem Tisch

Bildnachweis: Sóc Năng Động / Pexels · Bildquelle · Bildnutzungshinweise

Vollformat (etwa 36 x 24 mm) ist der größere Sensor: Er zeigt mit demselben Objektiv einen weiteren Bildwinkel, liefert eine geringere Schärfentiefe und meist sauberere Bilder bei wenig Licht. APS-C (etwa 23,5 x 15,6 mm, Crop-Faktor 1,5, bei Canon 1,6) bedeutet kleinere, leichtere Kameras und Objektive und zusätzliche Telereichweite. Ein Format ist nicht grundsätzlich besser: Greif zu Vollformat, wenn du bei wenig Licht fotografierst oder maximal freistellen willst, und zu APS-C, wenn dir Größe, Gewicht und Reichweite wichtiger sind.

Sensorgrößen und Crop-Faktor

Ein Vollformatsensor entspricht etwa einem Kleinbildfilm-Negativ, also rund 36 x 24 mm. APS-C-Sensoren sind kleiner, ungefähr 23 bis 24 mm breit und 15 bis 16 mm hoch. Die genauen Maße weichen von Modell zu Modell leicht ab, wie diese aktuellen Beispiele aus den Datenblättern der Hersteller zeigen:

Format Beispielkamera Sensorgröße (laut Hersteller) Crop-Faktor
Vollformat Sony A7 IV 35,9 x 23,9 mm 1,0
Vollformat Canon EOS R6 Mark II 35,9 x 23,9 mm 1,0
Vollformat Nikon Z6III 35,9 x 23,9 mm 1,0
APS-C Sony A6700 23,3 x 15,5 mm 1,5
APS-C Nikon Z50 II (DX) 23,5 x 15,7 mm 1,5
APS-C Fujifilm X-T5 23,5 x 15,7 mm etwa 1,5
APS-C Canon EOS R7 22,3 x 14,8 mm 1,6

Der Crop-Faktor (auch Cropfaktor oder Formatfaktor genannt) gibt an, um wie viel kleiner ein Sensor als Vollformat ist, gemessen an der Diagonale. APS-C-Kameras von Sony, Nikon und Fujifilm haben einen Crop-Faktor von etwa 1,5. Die APS-C-Sensoren von Canon sind etwas kleiner, deshalb gibt Canon 1,6 an. Gemessen an der Fläche ist ein Vollformatsensor je nach Modell etwa 2,3- bis 2,6-mal so groß wie ein APS-C-Sensor.

Bildwinkel und Kleinbild-äquivalente Brennweite

Ein Objektiv behält an jeder Kamera seine Brennweite, aber ein kleinerer Sensor erfasst nur die Mitte des Bildkreises. Das Bild wirkt dadurch enger beschnitten, so als hättest du herangezoomt. Um den Bildwinkel zu vergleichen, nutzen die Hersteller die Kleinbild-äquivalente Brennweite: Du multiplizierst die Brennweite mit dem Crop-Faktor. Sonys Beispiel: Ein 50-mm-Objektiv an einer APS-C-Kamera zeigt denselben Bildausschnitt wie ein 75-mm-Objektiv an Vollformat. Bei Canon werden aus 50 mm entsprechend 80 mm.

Brennweite des Objektivs Äquivalent an APS-C (x 1,5) Äquivalent an Canon APS-C (x 1,6)
16 mm 24 mm 25,6 mm
24 mm 36 mm 38,4 mm
35 mm 52,5 mm 56 mm
50 mm 75 mm 80 mm
85 mm 127,5 mm 136 mm
100 mm 150 mm 160 mm
200 mm 300 mm 320 mm

Den Effekt kannst du selbst sehen: Du kannst ihn im Brennweitenvergleich ausprobieren, der ein 50-mm-Objektiv an Vollformat und an APS-C nebeneinander zeigt.

Dieselbe Rechnung wirkt im Weitwinkel gegen dich. Für einen Bildwinkel wie bei 24 mm brauchst du an einer APS-C-Kamera mit Crop-Faktor 1,5 ein 16-mm-Objektiv. Deshalb haben APS-C-Systeme eigene Weitwinkelobjektive, und sehr weite Ansichten gelingen an Vollformat leichter.

Schärfentiefe und Freistellung

Mit Vollformat gelingt eine geringe Schärfentiefe leichter, das schreibt auch Canon. Fair ist der Vergleich nur bei gleichem Bildausschnitt: dasselbe Motiv, das das Bild auf dieselbe Weise füllt.

Für denselben Ausschnitt vom selben Standort brauchst du an APS-C eine kürzere Brennweite, und eine kürzere Brennweite bringt mehr Schärfentiefe. Als Faustregel multiplizierst du dann auch die Blendenzahl mit dem Crop-Faktor, um die Schärfentiefe zu vergleichen:

  • Ein 35-mm-Objektiv mit f/1,8 an APS-C (Crop 1,5) zeigt den Ausschnitt eines 52,5-mm-Objektivs und hat eine Schärfentiefe, die an Vollformat etwa f/2,7 entspricht.
  • Um die Hintergrundunschärfe eines 50-mm-Objektivs mit f/1,8 an Vollformat zu erreichen, bräuchtest du an APS-C ein Objektiv mit etwa 33 mm und f/1,2.

In Blendenstufen gewinnt Vollformat bei Crop-Faktor 1,5 rund 1,2 Stufen zusätzliche Unschärfe, bei 1,6 etwa 1,4 Stufen. Die Belichtung ändert sich dabei nicht: f/1,8 an APS-C ist bei gleicher Verschlusszeit und gleichem ISO genauso hell wie f/1,8 an Vollformat. Nur die Schärfentiefe unterscheidet sich.

Eine geringe Schärfentiefe ist nicht immer das Ziel. Bei Landschaft, Architektur und Gruppenbildern hilft die größere Schärfentiefe von APS-C, auch mit größerer Blende alles scharf zu bekommen. Den Effekt kannst du mit unserem Schärfentiefe-Rechner und Objektiv-Simulator ausprobieren.

Wenig Licht und Dynamikumfang

Ein Vollformatsensor ist größer und sammelt deshalb bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blende insgesamt mehr Licht. Betrachtest du beide Bilder in gleicher Ausgabegröße, rauscht das Vollformatbild meist weniger, vor allem bei hohem ISO. Canon sagt dasselbe: Bei gleicher Megapixelzahl sind die einzelnen Pixel eines Vollformatsensors größer und fangen mehr Licht bei weniger Rauschen ein.

Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt stark von der Kamera ab. Ein aktueller APS-C-Sensor kann sauberer arbeiten als ein älterer Vollformatsensor, und Sensorgeneration, Objektiv und Bildverarbeitung zählen genauso viel wie das Format. Beim Dynamikumfang gilt Ähnliches: Größere Sensoren haben tendenziell mehr Reserven in Lichtern und Schatten, aber vergleiche zwei konkrete Kameramodelle statt der Formate im Allgemeinen.

In der Praxis lohnt sich Vollformat am meisten bei Veranstaltungen, Hallensport, Nachtaufnahmen und Astrofotografie. Bei Tageslicht und mit Stativ ist der Unterschied für die meisten gering.

Größe, Gewicht, Preis und Objektivauswahl

  • Größe und Gewicht: APS-C-Objektive müssen nur einen kleineren Bildkreis ausleuchten und können deshalb kleiner und leichter sein. Das hilft auf Reisen, beim Wandern und für Street Photography. Es gibt auch kompakte Vollformatgehäuse, und Canon weist darauf hin, dass die EOS R8 Mark II ähnlich groß ist wie eine APS-C-DSLR. Oft macht das Objektiv den größeren Unterschied beim Gewicht deiner Tasche.
  • Preis: APS-C-Gehäuse und -Objektive sind in der Regel günstiger, und laut Canon können die kleineren Objektive preiswerter sein. Preise ändern sich schnell, vergleiche deshalb die aktuellen Angebote der Modelle, die du im Blick hast.
  • Reichweite: Für Tier- und Sportfotografie ist der Crop-Faktor ein Vorteil. Canons Beispiel: Ein Objektiv mit 100 bis 400 mm verhält sich an einem APS-C-Gehäuse wie ein Objektiv mit 160 bis 640 mm. Vollformatkameras können zwar auf APS-C-Größe zuschneiden, dann hat das Bild aber weniger Pixel.
  • Objektivauswahl: An Vollformat gibt es die größere Auswahl an Ultraweitwinkel- und sehr lichtstarken Objektiven. Manche Objektive, etwa Zirkular-Fisheyes, nutzen erst einen Vollformatsensor voll aus.

Vollformatobjektive an APS-C-Gehäusen desselben Anschlusses funktionieren ohne Probleme. Sie wirken nur länger, wie Sony und Nikon beschreiben (die Brennweite wird mit 1,5 multipliziert).

APS-C-Objektive an Vollformatgehäusen funktionieren in den meisten Systemen ebenfalls, aber die Kamera wechselt in einen Crop-Modus und nutzt nur die Sensormitte. Nikon und Canon machen das automatisch, Sony ebenfalls in der Standardeinstellung Auto des APS-C/Super-35-Modus. Du verlierst dabei Auflösung, und ohne den Crop können die Ecken dunkel werden. Mehr dazu findest du in unseren Artikeln APS-C-Objektive an Vollformat-Sony und Canon: EF und EF-S Objektive.

Stöbere in der Objektivdatenbank nach Sensorgröße:

Welcher Sensor passt zu wem?

  • Einsteiger: Beides funktioniert gut. APS-C hält das Startbudget meist niedriger, und ein Kit-Zoom ist klein und leicht zu tragen. Vollformat lohnt sich, wenn du schon weißt, dass du maximale Freistellung oder gute Low-Light-Leistung willst.
  • Reise und Street: APS-C-Gehäuse und -Objektive sind klein und leicht. Ein kompaktes Vollformatgehäuse mit kleiner Festbrennweite ist eine gute Alternative, wenn du den größeren Sensor möchtest.
  • Porträt: Vollformat macht eine geringe Schärfentiefe leichter. Eine lichtstarke Festbrennweite an APS-C stellt aber ebenfalls schön frei, und der Crop-Faktor macht aus 50 mm ein klassisches kurzes Tele.
  • Landschaft und Architektur: Vollformat bietet weitere Bildwinkel und mehr Ultraweitwinkel-Auswahl. APS-C reicht mit Stativ und niedrigem ISO völlig, und die größere Schärfentiefe ist hilfreich.
  • Tiere und Sport: APS-C liefert mit kleineren Objektiven mehr Reichweite. Vollformat ist bei hohem ISO besser, etwa früh morgens oder in einer dunklen Halle.
  • Video: Super 35, das gängige Kinoformat, entspricht APS-C. Vollformat bietet geringere Schärfentiefe und oft bessere Low-Light-Ergebnisse. Prüfe die Videomodi deiner Kamera, denn manche schneiden zu (zum Beispiel 4K 60p bei der Sony A7 IV laut Sony Help Guide).

Häufige Fragen

Ist Vollformat besser als APS-C?

Nicht in jeder Hinsicht. Vollformat bietet geringere Schärfentiefe, mehr Bildwinkel pro Brennweite und meist weniger Rauschen bei hohem ISO. APS-C ist kleiner, leichter und oft günstiger und bringt mehr Reichweite. Was besser passt, hängt davon ab, was du fotografierst und wie viel Gewicht und Geld du investieren willst.

Wie groß ist der Crop-Faktor bei APS-C?

Bei APS-C-Kameras von Sony, Nikon und Fujifilm liegt er bei etwa 1,5. Die APS-C-Sensoren von Canon sind etwas kleiner und haben den Crop-Faktor 1,6. Multipliziere die Brennweite des Objektivs mit diesem Wert, dann erhältst du die Kleinbild-äquivalente Brennweite.

Kann ich Vollformatobjektive an APS-C-Kameras nutzen?

Ja, solange das Objektiv an den Anschluss passt (oder du einen Adapter verwendest). Das Objektiv nutzt nur die Mitte seines Bildkreises, der Bildwinkel wird also enger. Ein 50-mm-Objektiv verhält sich an einer Kamera mit Crop-Faktor 1,5 wie ein 75-mm-Objektiv.

Hat APS-C mehr Schärfentiefe?

Bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blende ja, je nach Crop-Faktor etwa 1,2 bis 1,4 Blendenstufen mehr. Für den Vergleich multiplizierst du die Blendenzahl mit dem Crop-Faktor. Mit demselben Objektiv aus derselben Entfernung ist das APS-C-Bild dagegen nur ein engerer Ausschnitt und gewinnt keine Schärfentiefe, weil das kleinere Bild stärker vergrößert wird.

Ändert sich die Blendenzahl an APS-C?

Nein. Ein Objektiv mit f/2,8 bleibt f/2,8 und liefert an beiden Formaten dieselbe Belichtung. Nur Schärfentiefe und Bildwinkel unterscheiden sich, die "äquivalenten" Werte dienen also dem Vergleich und sind nicht das, was die Kamera misst.

Quellen

  1. ILCE-6700 Specifications — Sony (Abgerufen: 2026-10-12)

    Sensortyp APS-C 23,3 x 15,5 mm (Beispiel für APS-C-Sensorgröße)

  2. ILCE-7M4 Specifications — Sony (Abgerufen: 2026-10-12)

    Kleinbild-Vollformat 35,9 x 23,9 mm (Beispiel für Vollformat-Sensorgröße)

  3. ILCE-7M4 Help Guide: APS-C S35 (Super 35mm) Shooting — Sony (Abgerufen: 2026-10-12)

    Vollformatkamera im APS-C-Crop-Modus: Bildwinkel etwa 1,5-fache Brennweite, dunkle Ränder bei APS-C-Objektiven ohne Crop, bei 4K 60p/50p fest auf Ein

  4. How do I determine the 35mm-equivalent focal length of a lens used with an APS-C sensor camera? — Sony (Abgerufen: 2026-10-12)

    Brennweite mal 1,5; aus 50 mm werden 75 mm; Kleinbild-Äquivalent wird von allen Herstellern genutzt

  5. Can I Use a Full Frame E-Mount Lens (FE Lens) on a Camera with an APS-C Size Sensor? — Sony (Abgerufen: 2026-10-12)

    Vollformatobjektiv an APS-C-Kamera funktioniert, Bild wird beschnitten, Brennweite mal 1,5

  6. Specifications & Features - Canon EOS R6 Mark II — Canon Europe (Abgerufen: 2026-10-12)

    Sensor 35,9 x 23,9 mm; 1,0x mit RF/EF-Objektiven, 1,6x mit RF-S/EF-S

  7. Specifications & Features - Canon EOS R7 — Canon Europe (Abgerufen: 2026-10-12)

    Sensor ca. 22,3 x 14,8 mm (APS-C); entspricht der 1,6-fachen Objektivbrennweite

  8. APS-C vs full-frame - the difference explained — Canon Europe (Abgerufen: 2026-10-12)

    Crop-Faktor 1,6 (50 mm wird 80 mm), Schärfentiefe, größere Pixel und Rauschen, kleinere APS-C-Objektive, 100-400 mm wird 160-640 mm, automatischer Crop bei RF-S-Objektiven an Vollformat, Fisheye braucht Vollformat, Größenvergleich EOS R8 Mark II

  9. Specifications - Nikon Z50II Online Manual — Nikon (Abgerufen: 2026-10-12)

    Sensor 23,5 x 15,7 mm (Nikon DX-Format)

  10. Image recording options (image area, quality, and size) - Nikon Z50II Online Manual — Nikon (Abgerufen: 2026-10-12)

    DX-Bildfeld 23,5 x 15,7 mm; Multiplikation mit 1,5 ergibt die Kleinbild-Brennweite

  11. Specifications - Nikon Z6III Online Manual — Nikon (Abgerufen: 2026-10-12)

    Sensor 35,9 x 23,9 mm (Vollformat/FX)

  12. The DX and FX Formats — Nikon USA (Abgerufen: 2026-10-12)

    1,5-facher Crop-Faktor, 24 mm werden etwa 36 mm, automatischer DX-Crop-Modus bei DX-Objektiv an FX-Kamera

  13. X-T5 Specifications — Fujifilm (Abgerufen: 2026-10-12)

    Bildsensor 23,5 x 15,7 mm (APS-C)

  14. FUJINON XF33mmF1.4 R LM WR — Fujifilm (Abgerufen: 2026-10-12)

    33-mm-Objektiv entspricht dem Bildwinkel von 50 mm im Kleinbildformat (stützt den Crop-Faktor von etwa 1,5)

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